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Neues Buch von Wilfried Veeser

Wilfried Veeser: Mit psychisch kranken Menschen in Beziehung sein. Hinweise für Angehörige und Gemeinden.

Neues Buch von Wilfried VeeserWilfried Veeser bietet ein umfassendes und gleichzeitig übersichtliches „Werkzeug“ für die Fragestellung, wie man psychisch kranken Menschen wertschätzend begegnen kann. Wer hierzu Hilfestellungen sucht, der hält es mit diesem Buch in Händen!

SCM-Hänssler-Verlag. € 18.95

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Rezension zum Buch
Cornelius Haefele, Theologe und Lebensberater, Gomaringen

„Die hat doch echt ein Problem...“, sagt der ältere Herr, der vor mir die Kirche verlässt und auf den Kirchplatz tritt zu seiner Gattin. Gemeint ist jene Frau, die gerade eben im Gottesdienst, bereits zum wiederholten Male, mitten während der Predigt aufgesprungen ist und mit lauter Stimme sehr wirre Sachen in den Raum gerufen hat.

Nur ein Stückchen weiter unterhält sich eine kleine Gruppe Menschen über den altgedienten Mitarbeiter, der an einer schweren Depression erkrankt ist. Während die einen Mutmaßungen über die Gründe der Erkrankung anstellen, sagen andere, dass sie gar nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Es gibt aber auch die Person, die Unverständnis zum Ausdruck bringt, dass der Betroffene jetzt nicht mal mehr wolle, dass man ihn besuche.

Solche und ähnliche Erlebnisse gibt es immer wieder in der Gemeinde. Sie machen deutlich, wie hilflos und manchmal auch lieblos wir im Umgang mit Menschen sind, die auf die eine oder andere Weise psychisch krank sind. Meist ist der Grund für unsere Hilf- und Lieblosigkeit schlicht in Überforderung und Unkenntnis zu finden. Doch dem kann abgeholfen werden. Mit seinem neuen Buch: „Mit psychisch kranken Menschen in Beziehung sein“, liefert Wilfried Veeser ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, diese Menschen in unseren Gemeinden nicht auszuklammern, sondern zu lernen, wie wir mit ihnen umgehen können.

Wilfried Veeser schöpft dabei zum einen aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Seelsorger und Berater als auch aus seiner profunden Kenntnis psychologischer, medizinischer und nicht zuletzt theologischer Erkenntnisse über den Menschen. So kann er dem Leser helfen, beispielsweise die für den Laien meist recht unscharfen Begriffe wie Seelsorge, Beratung, Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie usw. zu verstehen und auseinanderzuhalten. Außerdem gibt er eine fundierte und dennoch allgemein sehr gut verständliche Einführung in die unterschiedlichen psychischen Störungen, deren Ursachen und Behandlungen und berichtet in Fallbeispielen vom Erleben betroffener Kranker und deren Angehörigen. Schon allein dies kann immens helfen, psychisch kranke Menschen im eigenen Umfeld besser zu verstehen und ist darum für alle Betroffenen, ebenso wie für deren Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige von unschätzbarem Wert.

Keine Scheu hat der Autor davor, dann auch die schwierigen theologischen Fragen anzugehen wie: Sind psychische Störungen dämonisch? Was bedeuten Heil und Heilung in Bezug auf psychische Störungen? Wie gehen wir mit unerhörten Gebeten um Heilung um? An dieser Stelle wird die theologische und geistliche Kompetenz des Autors sehr deutlich.
Im zweiten Teil des Buches wird es dann ganz praktisch, wenn Veeser sich zuerst den Angehörigen von psychisch kranken Menschen zuwendet, um ihnen aufzuzeigen, welche Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten es für sie gibt.
Im Anschluss daran spricht der Autor dann die Gemeinde an und macht deutlich, dass gerade sie an dieser Stelle heute einen besonderen Auftrag und eine besondere Herausforderung zu meistern hat. Er entwickelt in seinen Ausführungen eine gangbare Konzeption für Gemeinden, die sich hier praktisch engagieren wollen.

Ganz zum Schluss seines Buches gibt Wilfried Veeser dann noch einmal ganz konkrete Hinweise für Verhaltensweisen im Umgang mit psychisch kranken Menschen.

Auf dem unüberschaubaren Markt der Ratgeber wird man momentan schwerlich ein Buch finden, dass in allgemeinverständlicher Sprache für Betroffene und deren Angehörige so kompakt hilfreiche Aufklärung leistet und darüber hinaus so praktische Anleitungen und Hilfen anbietet. Darüber hinaus, und das ist die besondere Stärke dieses Buches, stellt es uns als Kirche, Gemeinschaft, Verein, Hauskreis usw. ganz neu in die Verantwortung, die wir gerade gegenüber den Schwachen und Kranken unserer Gesellschaft haben.

Rezension zum Buch
Jutta Nordsiek, Seelsorge- und Beratungsstelle des Verbandes der Gemeinschaften in der Ev. Kirche in Schleswig-Holstein e.V., Elmshorn

Schon in jungen Jahren brachte mein Vater mir bei: nimm richtig gutes Werkzeug für deine Arbeit, dann wird sie gut. Seitdem achte ich auf die Qualität meiner Handwerkzeuge, seien es Stifte zum Schreiben, scharfe Messer für die Küche, Stricknadeln, Spaten oder eben Bücher.

Wer ein umfassendes und gleichzeitig übersichtliches „Werkzeug“ sucht für die Fragestellung, wie man psychisch kranken Menschen wertschätzend begegnen kann, der hält es mit dem Buch von Wilfried Veeser in Händen: „Mit psychisch kranken Menschen in Beziehung sein - Hinweise für Angehörige und Gemeinden“.

Hilfreich sind die kurzen prägnanten Definitionen zum Auftakt, was ist eine Störung, was eine Krise, was unterscheidet Seelsorge, Beratung, Therapie, psychiatrische Behandlung und wo sind die jeweiligen Grenzen.

Schnell verschafft W. Veeser dem Leser einen Überblick über verschiedene psychische Störungen und benennt theologische und biblische Aspekte von Krankheit und Genesung. Es ist interessant zu entdecken, welche Fülle weisheitlichen Lebenswissens Gott uns in seiner Schöpfung zur Verfügung stellt und wie die Weisheit dazu dient, Beziehungen zu gestalten und Probleme zu bewältigen.

Im Kapitel, das sich den Herausforderungen der Angehörigen widmet, wird keine noch so schwierige Frage ausgelassen, sei es Trennung, Grenzen ziehen, Selbstfürsorge. Das stabilisiert und entlastet die betroffenen Menschen.

Für die Aufgabe der Gemeinden im Umgang mit psychisch kranken Menschen entwirft W. Veeser das Bild der Großfamilie, und zwar nicht auf dem Hintergrund eines idealisierten Gemeindeverständnisses, sondern mit einer ganzen Reihe lebenspraktischer Vorschläge: die Gemeinde als Bildungsort zu nutzen, ein tragfähiges generationenübergreifendes Beziehungsnetz aufzubauen, Care-Teams zu installieren und vieles mehr.
So entfaltet sich das Potential der Gemeinde, Menschen zu integrieren und ihnen Heimat zu sein.

Das Buch schließt mit einem zusammenfassenden Überblick, wie man sich bei den unterschiedlichen Störungen psychisch kranker Menschen hilfreich verhalten kann, ein Gewinn für die soziale Kompetenz des Lesers.

geschrieben am 22.09.2013 um 11:19 Uhr.


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